Schlagwort: Erich Kästner

Zeit zum Ausruhen

 

Liebe Menschlein, gebt fein acht –

ich habe Euch etwas mitgebracht.

 

Kein Silber, Gold oder sonst’gen Tant,

nur Zeit für Euch – aus meiner Hand.

 

Ja Zeit – um einmal auszuruhn

und Zeit – um eigenes zu tun;

 

viel Zeit – um Neuland zu betreten

und Zeit – die Allerliebsten anzubeten;

 

natürlich Zeit – zum Träumen und zum Denken

und viel Zeit – um Zeit an andere zu Verschenken;

 

am Ende Zeit – dass sich was dreht

und Corona endlich geht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier noch ICH BIN DIE ZEIT von Erich Kästner:

gesprochen von Fritz Stavenhagen unter https://www.deutschelyrik.de/ich-bin-die-zeit.html

Mein Reich ist klein und unabschreitbar weit.
Ich bin die Zeit.
Ich bin die Zeit, die schleicht und eilt,
die Wunden schlägt und Wunden heilt.
Hab weder Herz noch Augenlicht.
Ich kenn die Gut‘ und Bösen nicht.
Ich trenn die Gut‘ und Bösen nicht.
Ich hasse keinen, keiner tut mir leid.
Ich bin die Zeit.

Da ist nur eins, – das sei euch anvertraut:
Ihr seid zu laut!
Ich höre die Sekunden nicht,
Ich hör‘ den Schritt der Stunden nicht.
Ich hör‘ euch beten, fluchen schrei’n,
Ich höre Schüsse zwischendrein;
Ich hör‘ nur Euch, nur Euch allein …
Gebt acht, ihr Menschen, was ich sagen will:
Seid endlich still!

Ihr seid ein Stäubchen am Gewand der Zeit, –
Lasst euren Streit!
Klein wie ein Punkt ist der Planet,
Der sich samt euch im Weltall dreht.
Mikroben pflegen nicht zu schrei’n.
Und wollt ihr schon nicht weise sein,
Könnt ihr zumindest leise sein.
Schweigt vor dem Ticken der Unendlichkeit!
Hört auf die Zeit!

 

 

Vielen Dank für die lieben Wünsche und das Denken an mich

Bei all diesen Wünschen ist es mir ein Bedürfnis, Erich Kästner zu zitieren:

Tausend Wünsche sind gekommen,
pausenlos von früh bis spät,
und ich hab sie (auch die frommen)
kurzerhand beim Wort genommen
und vorm Fenster ausgesät.

Vorhin hob ich die Gardinen.
War es Frühling? Sah ich’s grünen?
Werden’s Blumen? Bleibt’s Papier?

Sollt‘ es blühen, lag’s an Ihnen.
Wird es nichts, dann liegt’s an mir

 

 

Allen FROHE FESTTAGE und ein gutes Jahr

 

© 2021 Rudolf X. Ruter

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